Die Reihe · Bücher wie Meeraugen

Unruhen
Erzählungen
Klagenfurt/Celovec 25. August 2021
252 Seiten
11,5 x 21 cm,
fester Einband, eingelegtes Titelbild, Blind- und Folienprägung, Fadenheftung, Lesebändchen
ISBN:
978-3-7084-0657-2
€ 24,90
Unruhen
Erzählungen

Diese Unruhe, die man nicht recht fassen kann, die einen befällt und nicht mehr loslässt – in 16 Geschichten schnitzt Lukas Holliger wunderbar scharfe Konturen in dieses diffuse Gefühl des Unbehagens. Unbehagen über ins Wanken geratene Selbstbilder etwa, über unsere Vergänglichkeit oder über die Natur, aus der wir herausgefallen scheinen wie Luzifer aus dem Himmel. Ein Mann, der eher mit Eloquenz als mit Kompetenz Karriere macht. Eine Mutter, die sich ihrer Tochter erklärt. Junge Leute, die das Leben bis zum Tod feiern oder Molotow-Cocktails durch die Stadt tragen. Ein Kind, das ein Unrecht beobachtet und rächen möchte …

Holligers Figuren wollen ausbrechen aus ihrer Wirklichkeit, und dazu lässt er sie die unwahrscheinlichsten, die gefährlichsten Richtungen einschlagen. Denn in alten Mustern finden sich meist keine Lösungen mehr; und nichts macht die Verhältnisse instabiler als beständige Stabilisierungsversuche.

»Wenn der Angriff gelingen soll, muss er die gefährlichste aller Richtungen wählen.«

  Lukas Holliger im Interview

***

»Lukas Holliger spinnt aus dem Gedanken der grundsätzlichen Unsicherheit und dem Wunsch, diese aufzuheben, spannungsgeladene Geschichten, die verwundern. […] Mit seinen brillanten Geschichten wirft er Fragen auf, verschränkt Realität und Phantasie, begibt sich hinaus ins Universum, schafft Helden, Gestrauchelte und solche, die sich wieder aufrichten.« Petra Lohrmann auf www.gute-literatur-meine-empfehlung.de

»›Halm‹ war ja bereits eine Preziose, aber nun die ›Unruhen‹! Sagenhafte Sätze, sagenhafte Storys!
Zum Beispiel ›Die Stunde Null der Vera Dragojevic‹. Ein Seelenbittervolltreffer vom ersten Satz an, und die ganze Strecke durchgehalten. Wie sehr fühl ich mit dieser Vera, oder bin sie gar selbst, die Nichtige.
›... und ihre Gedanken stehen bereit, sich aufzurichten, aber niemand wartet darauf.‹
›Sie spürt, dass sie etwas richtig gemacht hat. Die Geschwindigkeit, mit der sie sich jetzt durch die Straße bewegt. Das ist es.‹ Und später die Touristen, die auseinanderscheuchen wie Schafe! Eine traurige Freude. […] Eine existenzialistische Story für mich, nach Kafka und vor den Existenzialisten.
Oder ›Simon handelt‹. Eine Geschichte, die in dieser Kiste gefunden werden könnte, zwischen den Erich-Kästner-Büchern. Ist es doch (im besten Sinne gemeint) eine Erich-Kästner-Geschichte, wie sie sich dieser verboten hat zu schreiben, eine ›wahre‹ Geschichte, in der Kästner seinen sonst stets lieferbaren optimistischen Mut verliert. […]
Dauernd die Frage: Wie macht er das, der Holliger?! Ich kenn diesen Menschen ja überhaupt nicht, woher nimmt er das alles? Sein Talent möcht man haben.« Christoph Simon


 

Unterstützt vom Fachausschuss Literatur Basel-Stadt/Basel-Landschaft, von der Kulturabteilung des Landes Kärnten und des österreichischen  Bundesministeriums für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport
 

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