Die Reihe · Bücher wie Meeraugen
Erzählungen

»Stephen King hat gesagt, jeder Autor müsse einmal eine Geschichte schreiben, die in einem Hotelzimmer spielt. Es liegt auf der Hand. Hotelzimmer sind vollgesaugt mit Menschengeschichten. Man muss sie nur aus den Wänden kratzen.«

 

Roman

»Vielleicht hatte Thomas an den Fingerspitzen Augen.«

In Carina Nekolnys neuem Roman dreht sich alles um Thomas, der nicht sehen, nicht hören und nicht sprechen kann. Aus den Blickwinkeln derer, die ihm nahe stehen, tastet sich die Erzählung an den taubblinden jungen Mann heran: Da ist die Mutter, die den Hof und die Pension allein bewirtschaftet. Der Vater, der nur zum Wochenende nachhause kommt. Und vor allem der kleine Bruder Toni, der sich viel zu oft verhalten muss wie ein großer. Aber auch Tonis Lehrerin, die Tante, die Großmutter, der regelmäßig aufkreuzende Arzt oder der Stammgast, der die kleine Pension schon seit vielen Jahren besucht – sie alle machen sich so ihre Gedanken und der ohnehin an der Grenze ihrer Kräfte lebenden Familie hin und wieder ganz schön Druck.

Betrachtungen durch verschluckte Brillen

»Max saß im Bus der Linie 55 und stürzte in die kohlrabenschwarze Lücke zwischen Wirklichkeit und Möglichkeit ...«

Mal voll Witz und Ironie, mal fast unheimlich geheimnisvoll: In 87 kurzen und kürzesten Geschichten erzählt Lukas Holliger von Momenten der Wendungen im Leben, von wundersamen Begegnungen mit sich selbst und mit der Welt.

Roman

»Wer als Säugling sexuelle Gewalt erfahre, könne sich nur mit dem Körper erinnern.«

Wenn es keine Statistiken gibt, weil offensichtliche Verletzungen und bewusste Erinnerungen fehlen, kann Literatur dem Unsäglichen eine Stimme verleihen: Simone Schönett tut das mit ihrem Roman, in dem sie bemerkenswert unaufdringlich und gefasst schildert, wie der Missbrauch von einst die selbstbewusste Mari erst mitten im Leben einholt, wie vermeintliche Gewissheiten in sich zusammenfallen, wie die im Verborgenen wirkenden Mechanismen von Macht und Ohnmacht noch lange ihr Werk tun.

Roman

Mitreißend wie ein Thriller liest sich Harald Schwingers Roman über den fast schon alltäglichen Verrat und das Schweigen, über schockierende Erfahrungen, die sich wie gefrorene Bilder tief in die Köpfe der Menschen versenken und mitunter ein gefährliches Eigenleben entwickeln.

Novelle

Konzentriert, dicht und mit klarer Wahrhaftigkeit erzählt Simone Schönett von der Herausforderung einer starken, unlebbaren Liebe und allen teils verrückten, teils verzweifelten, teils gelingenden Versuchen, im Treibsand nicht unterzugehen.

Poesie und Propaganda

Wie ergeht es »Stadtschreibern« in der Fremde? Was erfahren sie über ihre Gastgeber?
Polemisch, zugeneigt, informativ und selbstironisch kratzen die Autoren in einem Briefwechsel zwischen Berlin und Klagenfurt an Fassaden, graben nach Hintergründen, finden Abgründe und plaudern verblüffend offen über das Tun ihrer eigenen Zunft.

Erzählungen

Harald Schwinger erzählt in amüsanten, teils verstörenden Bildern von Schwächen und Eitelkeiten, von Beschädigungen der Liebe, von Schuld, Verlust und vom nicht gelebten Leben.

Drama in sieben Bildern / Drama v sedmih slikah

In ihrem von Publikum und Kritik begeistert aufgenommenen Theaterstück demontieren Simone Schönett und Harald Schwinger den Mythos der sich aufopfernden »Miklova Zala«. Eine Groteske über Assimilationsdruck und Identitätsverlust, Liebe, Verrat und Widerstand.

V gledališkem komadu, ki sta ga obinstvo in kritika navdušeno sprejela, demontirata Simone Schönett in Harald Schwinger mit o žrtvujoči se »Miklovi Zali«. Groteska o asimilacijskem pritisku in izgubi identitete, o ljubezni, izdajstvu in uporu.

Auf der Bestenliste des VUKB (Verein der unabhängigen Kleinbuchhandlungen der Schweiz) im Mai 2012

Roman

Schönett erzählt von der weitgehend unbekannten Minderheit der Jenischen in Österreich, aber auch von verborgen gehaltener Homosexualität, vom sich Verstecken und sich Verleugnen – eine Strategie, die für Anna und Raymond überlebensnotwendig war, für Sara und Stephan zwei Generationen später aber eine ganz andere Rolle spielen könnte.

Zwei Ethno-Märchen in mehreren Welten

Mit zwei ganz verschiedenen und doch zusammengehörenden Erzählungen verführt Edith Darnhofer-Demár zu einem poetisch-abenteuerlichem Lesevergnügen, in dem neben österreichischen Sagengestalten und lateinamerikanischen Mysterienkulten auch Legenden der 68er-Generation und Kommentare zur jüngeren Geschichte ihren Platz finden.

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Specials
oder halb ich & halb ein anderer. Klagenfurter Rede zur Literatur 2015 (Extended Version)

Der Bachmann- und Publikumspreisträger des Jahres 2010, der 1991 schon einmal zum Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb angetreten war, hielt heuer die Klagenfurter Rede zur Literatur, mit der seit dem Jahr 2000 namhafte Autorinnen und Autoren die Tage der deutschsprachigen Literatur eröffnen. Die rund zwanzigminütige und in gewohnt erfrischender Manier verfasste mündliche Rede erweiterte er für die Extended Version des Buches um etliche lesenswerte Passagen und elf Zeichnungen.

»Die Zeichnungen entstanden alle eigens für das Buch am 2. Juni 2015 auf der Zugfahrt von Magdeburg Hbf nach Berlin-Friedrichstraße. Abfahrt 17:08 Uhr, Ankunft 18:54 Uhr.«

Gedichte. Spanisch und Deutsch Auswahl und Übersetzung Erich Hackl und Tina Leisch. Mit einem Aufsatz von Horacio Castellanos Moya und dem preisgekrönten Dokumentarfilm von Tina Leisch

Roque Dalton (1935 bis 1975) war der wichtigste Dichter El Salvadors, sein Leben ein Abenteuerroman, seine Dichtung der britzelnde Funkenschlag zwischen politischer Utopie und Sinnlichkeit, zwischen revolutionärer Überzeugung und Lust am Ketzertum.
Neben 33 Gedichten aus allen Schaffensperioden des Autors enthält der Band eine DVD mit dem mehrfach preisgekrönten Dokumentarfilm von Tina Leisch, der Wesen und Werk Roque Daltons mit viel Witz und Esprit ergründet.

Umnachtungsnovelle

Miriam H. Auers Buchdebüt strotzt vor Lust am Erzählen und Erfinden – ein ebenso märchenhaft romantisches wie kritisch makabres Lesevergnügen, bunt, komisch, bad and bizarr!

»Doch es liegt auch Sehnsucht in der Luft. Sehnsucht nach Zukunft. Nach Umbruch. Nach Aufbruch in eine Welt jenseits aller Paradoxien, wo das Wortspiel des Lebens seinen Tribut noch nicht fordert. Dort, im Utopia von Verlärntenreich zählt der Mensch, erzählt der Mensch, lebt der Mensch nicht mehr umnachtet [...] Doch der Weg dahin ist noch weit. Und man weiß nicht, ob das Land ganz ohne Widersprüche nicht ein stilles Ödland wäre. Man muss sich das anschauen.«


Zehn Szenen von
Mara Ban, Lilian Faschinger, Stefan Hafner, Silke Hassler, Karsten Krampitz, Isabella Straub, Cornelia Travnicek, Peter Truschner, Josef Winkler, Robert Woelfl

Natalie Eva Ofenböck und Nino Ernst Mandl lesen einander Schnitzler vor

Natalie Eva Ofenböck und Nino Ernst Mandl erkunden Arthur Schnitzler und montieren Passagen aus »Fräulein Else« und »Leutnant Gustl« zu »Fräulein Gustl«. Ein ebenso lakonischer wie erfrischend dramatischer Dialog, musikalisch trefflich untermalt.

Natalie Eva Ofenböck liest Leutnant Gustl. Nino Ernst Mandl liest Fräulein Else. Lukas Lauermann, Raphael Sas und Stefan Sterzinger spielen Cello, Gitarre und Akkordeon. Alle zusammen sind die »Schnitzlerband«.

Texte und Grafiken – Eine Auswahl

Das Robert-Musil-Institut/Kärntner Literaturarchiv der Universität Klagenfurt, das den Nachlass des im Jahr 2000 verstorbenen Georg Timber-Trattnig aufbewahrt, gibt in diesem Band teils schon bekannte, teils bisher unveröffentlichte Texte sowie Grafiken des hochbegabten Multitalents heraus und unternimmt eine literaturwissenschaftliche Einordnung seines Œuvres.

Die Nacht der schlechten Texte ! mit MP3CD !

Was ist ein guter schlechter Text? Eine Frage, die Autor/-inn/-en und Juror/-inn/-en des Literatur- und Lesewettbewerbs „Die Nacht der schlechten Texte“ immer wieder vor Herausforderungen stellt. Die Anthologie "best of worst" versammelt die besten schlechten Texte aus 6 Jahren – garantiert unlektoriert. Live-Mitschnitte der Lesungen auf CD schaffen einen Eindruck von der Expressivität dieses Podiums für zeitgenössische Formen der Literatur.

EDITION MEERAUGE